01.07.2009

Früher bedeutete "Bringen sie Zeit mit.", dass man max. 2 Stunden warten musste. Heute ist das anders. Wieder vier Stunden Wartezeit im Krankenhaus. Die Reise der Röntgenbilder: vom Untergeschoss ins Erdgeschoss. Vom Erdgeschoss wieder ins Untergeschoss. Dann wieder ins EG. Von dort in den ersten Stock zum Proffessor in den OP. Zurück ins Erdgeschoss.

02.07.2009

Ein Donnerstag ohne besondere Vorkommnisse.

03.07.2009

Kinderabenteuer OP. Für unseren Sohn ist eine Operation letztendlich eine coole Sache, insbesondere deshalb, weil er danach eine Belohnung in Form von kleinen Plastiksteinen zum Zusammenstecken bekommt. Sein Wille aus der Narkose aufzuwachen, um nach Hause zu gehen und sein Spielzeug in Empfang nehmen zu können, ist so groß, dass er zwanghaft versucht nach dem ersten lichten Moment bei Sinnen zu bleiben, was bei uns immer wieder ein Schmunzeln hervor ruft.

04.07.2009

Offizielle Zeugnisübergabe auf der Bühne im Bürgersaal. Bevor die Feier begann, stürmte meine Tochter zu mir und meinte, sie müsse ganz schnell nach Hause, um ihren Laufzettel zu holen, den sie vergessen hatte abzugeben. Ohne Laufzettel kein Zeugnis, meinte sie. "Quatsch," sagte ich, "das werden sie nicht tun." Als die Klasse dann auf der Bühne stand und die Schüler alphabetisch aufgerufen wurden, wurde mir etwas mulmig in der Magengegend, denn der Buchstabe D war abgehandelt. Hatte meine arme Tochter recht? Quatsch, dachte ich, der Lehrer erteilt ihr eine Lektion und lässt sie zappeln. Mein Kind stand ratlos in der Reihe. Zum Schluss erst kam der Erlösende Satz: "Und schlussendlich M.D.". Es stellte sich heraus, das ich nur teilweise recht hatte, denn aufgrund des fehlenden Laufzettels hatte der Klassenlehrer sie nicht auf der Liste, wohl aber der Stufenleiter und so wurde ihr Name irgendwie überlesen.

Endlich konnten wir uns mal den Freund unserer Tochter in Aktion sehen. Im Nachbarort findet alljährlich eine Veranstaltung für junge Musikband aus der Region statt. Also nichts wie hin! Der Junge wirkte sehr überzeugend. Für unseren Sprössling war die Musik nichts, regte ihn aber dazu an, in seinem Zimmer dann lautstark seine Lieblingsmusik zu hören.

05.07.2009

Unsere Nachbarn haben ein erstaunliches Ding: einen Klapp-Camper. Ich immer wenn sie für die Sommerferien packten, fragte ich mich, wie kann man auf ca. zwei einhalb Quadratmetern leben? Das Geheimnis hat sich gelüftet: Boden und Wände werden entfaltet und überraschen mit einem vielfältigen durchdachten Innenleben. Wenn wir begeisterte Camper wären, würde ich dieses Ding auch lieben.

Es ist Sommer: meine Mutter ist wieder im Krankenhaus. Schon vor ein paar Tagen habe ich daran gedacht, dass ich in den vergangenen 5 Jahren immer im Sommer einen nicht unerheblichen Teil meiner Zeit mit Krankenhausbesuchen verbringen musste. Was ein Glück, es ist diesmal nichts Lebensbedrohliches.

Habe den Weltschmerz meiner Tochter in der Nacht zu lindern versucht.

06.07.2009

Kontrolle Mittelfinger: nur noch 2 Std. Wartezeit.

Langeweile: der Freund meines Sohnes hat Hausarrest. Meine Tochter hat nichts zu tun.

07.07.2009

Michael Jacksons Beerdigung füllt alle TV-Sender. Wie schlimm es gewesen sein muss in einer solchen Familie auf zu wachsen zeigt die Situation, der man seiner Tochter aussetzte: Sie stand schluchzend vor dem Mikrofon, ihre Stimme versagte und ihre Tante meinte: "Sprich lauter, Schätzchen." Ob sie freiwillig etwas sagen wollte oder nicht. Man hätte sie von der Bühne bringen und sie trösten sollen.

08.07.2009

Baustellenanalyse: Um mal wieder einen klaren Blick auf mein Leben werfen zu können, habe ich eine To-do-Liste angefertigt und meine Wünsche und Missstände notiert, die angesichts der Arbeit und Pflichten ganz hinten stehen müssen. Jedenfalls habe ich so mein Chaos ein wenig ordnen können. Ist zu empfehlen!

09.07.2009

Jedes Jahr die selbe Prozedur: Belege suchen, Buchhaltung, kopieren und berechenen. An diesen Tagen bin ich ein ganz besonders großer Fan von der Steuer-auf-Bierdeckel-Idee. Immerhin konnte ich den Zeitaufwand in den letzten Jahren von 2 Wochen auf zwei Tage reduzieren!

Werbespruch: "Zur Pflege von glatter Haut". Ist das ein Mittel für "nach" den Schönheitsoperationen?

10.07.2009

Das besondere Kirchgeld

"Tritt der Hauptverdiener (meist der Ehemann) aus der Kirche aus, während der andere Ehegatte, der keine oder nur sehr niedrige eigene Einkünfte hat, Kirchenmitglied bleibt, muss das Ehepaar keine Kirchensteuer zahlen, da dem kirchensteuerpflichtigen Ehegatten keine anteilige Bemessungsgrundlage zugeordnet werden kann. Die Kirchen haben jedoch die gesetzlich abgesicherte Möglichkeit, den kirchensteuerpflichtigen Ehegatten über das besondere Kirchgeld in glaubensverschiedener Ehe doch noch zur Kasse zu bitten. Es wird dann wie die »normale« Kirchensteuer im Einkommensteuerbescheid festgesetzt. ...

... Das besondere Kirchgeld wird in allen Bundesländern erhoben, ausgenommen in einigen Gemeinden und Bistümern."

Ist das zufassen? Wie war das mit der Trennung von Kirche und Staat?

11.07.2009

Augen sagen viel! Heute hatte ich das erste Mal in meinem Leben Angst vor meiner Tochter. Sie hatte sich blau gefärbte Kontaktlinsen bestellt und probierte sie aus. Die Pupillen sind klein und sie erschien mir wie ein Wesen aus einem Alien-Film: Die Stimme und ihre Silhouette waren mir vertraut, aber die Augen passten nicht zu meiner abgespeicherten Erinnerung. Mein Gehirn meldet immer einen Alarm, wenn sie die Linsen trägt.
Es liegt wahrscheinlich daran, dass sich normalerweise die Pupillen bewegen und man daran auch Emotionen ablesen kann, was bei den eingefärbten Kontaktlinsen nicht möglich ist. Ausserdem fehlen die Farbtupfer der Iris, die als Erkennungsmerkmal einer Person fungieren. Ich habe meine Tochter gebeten, diese Dinger nicht mehr in meiner Gegewart zu tragen.

12.07.2009

Kunstschaffende, Kunstausstellende, Filmschaffende, Richter, Pfarrer a.D., General a.D., Buchhändler und Weinhändler, Lehrer, Schüler und Studenten, Katzenbabies und ein pensionierter rechtsgesinnter Akupunkteur. All das innerhalb eines Familienkreises von ca. 30 Personen.

Ein Familienmitglied wünschte sich, dass die Enkel vortragen sollten, was sie zur Zeit beruflich tun. Dieses Begehren wurde mit Bemerkungen wie "Wir sind doch hier nicht bei den Anonymen Alkoholikern!" oder "Ich glaube ich bekomme gerade einen wichtigen geschäftlichen Anruf!" nieder geschmettert.

13.07.2009

Ebay: Mal sehen wie mein Stundenlohn aussehen wird! Ich habe heute fast sechs Stunden gebraucht, um 12 Artikel einzustellen. Davon bestimmt eine Stunde mit technischen Problemen.

14.07.2009

Ice-Age 3D. Ein intensives Erlebnis. Schade, dass der dreidimensionale Eindruck durch abgeschnittene Körperteile ein wenig getrübt wurde. Die Macher haben es manchmal versäumt auf das Bildformat zu achten.

15.07.2009

Habe mich endlich einmal mit YouTube befasst, man muss ja up to date bleiben - allein der Kinder wegen.

Ich will Geld für meinen Job! Wie heisst es so schön in einem Werbespot: Ich bin Manager eines kleinen Familienunternehmens. Hinzu fügen möchte ich noch: Finanzbuchhalter und Controler. Ich jongliere mit Geldern, die da sind, die noch kommen werden und die sich irgendwo versteckt halten.

16.07.2009

Harry Potter mitten in der Nacht. Ende betrüblich.

Eine Sendereihe von vor vierzig Jahren über den Weltraum mit Prof. Heinz Haber hat mich wieder einmal in meine Kindheit zurück versetzt. Über die damaligen Tricktechniken musste ich schmunzeln.
Ich fand auch endlich die Antwort auf meine Frage: An wen oder was erinnert mich Professor Habakuk Tibatong, der Ziehvater von Urmeliiiiii, noch? Prof. Haber!

17.07.2009

Zitat aus einer Talkshow: "Banker sind amoralischer als Pornostars." Qualitäter.

18.07.2009

Ein Ereignis, das in einem 4-Personen-Haushalt nur sehr selten geschieht: Der große Fernseher im Wohnzimmer bliebe heute abend aus.

19.07.2009

Der Rausschmiss. Heute kam die Nachricht unseres Vermieter (mündlich am Vormittag und schriftlich am Nachmittag): Er kündigt Eigenbedarf an. Schockstarre. Zähne knirschen.

20.07.2009

Holidaypark. Zehn Stunden bar jeglicher Last.

"Nur Notruf möglich". Mein Handy funktionierte nicht. Den Grund habe ich nicht herausgefunden. Vielleicht wegen der Vertragsumstellung.

Enttäuschtes Vertrauen. Gebrochene Regeln. Keine Kommunikation möglich.

21.07.2009

Kaufen oder mieten? Alt oder neu? Hier oder weiter weg?

Die Ebayaktion brachte ca. 2 Euro Stundenlohn. Toller Job :-(

Aus Frauengespräche: Welche Männer findet man in einem Kräuterkurs? Die, die immer Zipperlein haben? Oder Schamene? Oder, wahrscheinlich, gar keine?

22.07.2009

Habe ein Interview mit dem Künstler Ottmar Hörl gesehen. Er hat recht, wenn er fragt welchen Nutzen die Kunst hat, wenn sie kein Mensch sieht. Wenn man sie dann auch noch zu einem erschwinglichen Preis ins Wohnzimmer stellen kann, damit man immer wieder mal einen Gedanken daran verschwendet, ist das doppelt gut. Ich habe einen hessischen Löwen von ihm, der mich ab und an daran erinnert zu schauen was unsere liebe Regierung so treibt.

23.07.2009

Ich habe es gewusst: Wenn man kurz vor einer wichtigen Entscheidung steht, sagen einem Wahrsagerkarten gerade rein gar nichts. Oder die Damen haben keine Zeit. Es soll nicht sein, keine Entscheidungshilfe.

24.07.2009

Büroausmisten. Bayr. Kabarettistin: Multibelastung. So viele PIN's und Passwörter, so viele Gimmicks an technischen Geräten.

25.07.2009

Ein langweiliger Tag. Ein kleines Highlight war der Schmalfilm meines Schwiegervaters über seine Halbwüchsigen Söhne und diverse Familienfeiern und Ausflüge. Diese Haare! Von wem haben mein Mann und sein Bruder diese Wolle geerbt? Meine Oma würde sagen: "Das sind zwei richtige Krulleköpp."Da ist Pumukel nichts dagegen (bis auf die Haarfarbe)!
Den größten Teil der Verwandschaft konnte ich tatsächlich identifizieren, denn seine Mimik und der Ausdruck der Augen entwickelt sich wohl im Kleinkindalter und bleibt ihm sein Leben lang erhalten.

26.07.2009

Sommerloch: Nichts interessantes in den Zeitungen, schlechtes Fernsehprogramm, keine Kinderbelustigung. Alle langweilten sich heute.

27.07.2009

Finanzplanung.

In welcher Höhe muss der Kredit für den Kauf eines Hauses sein? Wie hoch ist der Eigenanteil? Das erste, was ich lernte, war, dass man mehrere Modelle anlegen muss, denn es gibt einerseits den Kredit für das Haus und andererseits Fördermittel für Sanierungsarbeiten. Letzteres wird je nach Art der Sanierung als Kredit gewährt oder es gibt einen Zuschuss, den man nicht zurück zahlen muss.

Das ist eine schwierige Angelegenheit, wenn man nicht weiss, in welchem Zustand das künftige Haus sein wird. Stundenlange Recherche im Internet, um ein ungefähres Mittel an Arbeitskosten und Material zu erhalten. Dennoch, glaube ich, habe ich es geschafft eine brauchbare Kalkulation zu erstellen.

28.07.2009

Ein zweiter Freizeitparkbesuch. Was macht sonst mit einem Kind mit Gipsarm in den Sommerferien? Diesmal war es das Phantasialand mit noch mehr Achterbahnen. Man muss sich jede Attraktion ansehen, denn aus dem Plan wird man nicht schlau. Teilweise haben wir uns blindlings irgendwo angestellt ohne zu wissen, was auf uns zukommt. Die Bezeichnungen klangen interessant und die Altersangaben passten.

Ich wollte eigentlich den direkten Heimweg antreten, als der Freund, den meine Tochter mitgenommen hatte mir seinen Arm zeigte und um eine Schmerztablette bat. Eine Brandwunde in die eine Wespe gestochen hatte war entzündet und lief in einem roten Streifen den Arm hoch. Um sicher zu gehen, dass mir der Junge nicht auf dem Heimweg kollabiert, fuhren wir ins örtliche Krankenhaus. Es war nicht lebensgefährlich, aber er wurde sofort mit Antibiotikum und einem Verband versorgt. Zwischendrin organisierte ich in weiser Voraussicht, dass der Freund meines Sohnes bei uns übernachten konnte, denn letztendlich kamen wir kurz nach Mitternacht zu Hause an.

29.07.2009

Erste Hausbesichtigung - Haus an sich ist gut, nur die Lage lässt zu wünschen übrig. Jungs diskutieren über den Sinn von Selbstmord.

30.07.2009

Malen, malen, malen ...

31.07.2009

Chirurgen-Tour. Unser Sohn soll nun endlich die Dräht aus seinem Finger gezogen bekommen. Termin 9.30, Handchirurgie. Anfahrt: 45 min. Wartezeit: 30 min. Notfall 1, Wartezeit: weitere 30min. 2. und 3. Notfall. Uns reicht es. Wir packen unseren Sohn ins Auto und fahre wieder zurück. Unser ambulanter Chirurg, empfängt uns mit den Worten: "Ja, heute mache ich das nicht. Lassen sie sich einen Termin für nächste Woche geben."